Die Abwahl der Labour-Regierung in Israel 1996 wirkte wie ein Erdbebenim Nahen Osten. Die arabische Staatenwelt hatte sich 1991 auf der Basisdes Prinzips „Land für Frieden“ für die friedliche Koexistenz mit Israelentschieden. In dem Buch Pulverfaß Nahost beschreibt und analysiert BassamTibi aus einer arabischen Perspektive die Entwicklung im Nahen Osten seitden letzten israelischen Wahlen. Nach dem Durchbruch von Oslo 1993 schiender Nahe Osten auf eine regionale Friedensordnung hinzusteuern. Wie großist jedoch das Interesse der Israelis und vor allem der Araber wirklich,diesen Prozeß fortzusetzen? Die zeitgeschichtliche Perspektive des BuchesPulverfaß Nahost reicht zurück bis auf den Camp-David-Frieden zwischenIsrael und Ägypten 1979, den Golfkrieg von 1991 und seine Folgen für denarabisch-israelischen Konflikt. Bassam Tibi beschreibt, welche Voraussetzungenein arabisch-israelischer Frieden für die arabische Welt haben muß – undwelche Folgen sich daraus ergeben können. Die „arabische Perspektive“ schließtdie der Demokratie und der Menschenrechte im arabischen Teil der nahöstlichenRegion mit ein. Der Autor ist in zahlreichen Gesprächen mit politisch Verantwortlichenund intensiven Forschungen der Frage nachgegangen, ob ein Frieden trotzaller Hindernisse und Schwierigkeiten auf beiden Seiten möglich sein wird.