Bassam Tibi über den Machtwechsel in Saudi-Arabien durch den Aufstieg von Mohammed bin Salman

Woran liegt es, dass deutsche Zeitungen den neuen Kronprinzen und indirekten Herrscher Saudi-Arabiens, der mit dem internationalen Kürzel MBS (Mohammed bin Salman) tituliert wird, als „Kriegstreiber“, ja Populisten verfemen und ihn sogar beschimpfen, während die New York Times das Gegenteil tut, indem sie seine Herrschaft als „Arab Spring Saudi Style“ bewertet? Der Artikel bietet eine Antwort auf diese Frage. (mehr …)

Die heimliche Macht. Wie Iran mit uralten politischen Mitteln einen schiitischen Gürtel zwischen Mittelmeer und Afghanistan errichtet

In diesem am 5. Oktober 2017 in der Basler Zeitung erschienenen Artikel wird auf das Atomabkommen der westlichen Ländern mit Iran zurückgeschaut und hervorgehoben, dass damit nicht nur die Einstellung der Nuklearpolitik, sondern eine Integration von Iran in die internationale Staatengemeinschaft  im Rahmen nahöstlicher Stabilität erwartet wird. Genau das Gegenteil hiervon verfolgt jedoch die iranische Außenpolitik, die eine regionale Hegemonialstellung im Rahmen eines schiitischen Gürtels zwischen Mittelmeer und Afghanistan anstrebt. (mehr …)

„Die Türkei ist eine Islamokratie“: Artikel in der Basler Zeitung erschienen

Bassam Tibi staunt immer wieder darüber, wie die deutsche Presse und die Erdogan-Klientel unbeirrt und unbelehrbar seit einem Jahr dieselbe Version des 2016-Putsches vertreten: es gehe um einen Machtkampf zwischen zwei religiös-politischen Bewegungen, einerseits die AKP, andererseits die Gülen-Bewegung. Es wird völlig unterschlagen, dass der wahre Konflikt zwischen säkularem Kemalismus und dem Islamismus der AKP stattfindet. (mehr …)

Bassam Tibi über den Krieg in Syrien im sechsten Jahr

Der medienstarke Rücktritt sowie die Äußerungen der Vorsitzenden der UN-Untersuchungskommission für Völkermord in Syrien, Carla del Ponte, in einem Interview im Blick gepaart mit einem parallelen Statement des UN-Beauftragten für Syrien, Staffan de Mistura, dass der Syrien-Krieg schwerer zu lösen sein wird als der Dreißigjährige Krieg, haben weltweite Schlagzeilen über Syrien herbeigeführt. Hiervon ausgehend liefert Tibi ein Update zu seinem ersten Syrien-Artikel in der BaZ vom 3. Oktober 2016. Die Diagnose von damals lautete „protracted conflict“. Im neuen Artikel argumentiert Tibi, dass die Diagnose auch im 6. Jahr des Krieges weiterhin Gültigkeit hat. Die Schlussfolgerung in diesem zweiten Syrien-Artikel lautet, dass es für diesen Krieg keine Lösung gibt, weder eine militärische noch eine diplomatische – so der Untertitel des Artikels. Hier wird eine Analyse der lokalen, regionalen und internationalen Komplexität des Konfliktes, einschließlich der Fragmentierung der Akteure und der Macht vorgelegt. Weiterhin enthält der Artikel eine Diskussion über eine „Partition“ Syriens als mögliche Lösung, die aber als impraktikabel verworfen wird.

Der Beitrag in der Basler Zeitung vom 24.08.2017 kann mit freundlicher Genehmigung der Redaktion im Volltext nachgelesen werden.