In dem Artikel „Zugewanderten Judenhass. Der gefährlichste Antisemitismus kommt aus der Welt des Islam. Die Aufklärung hierüber ist keine Panikmache“ (Heft 36, vom 8. September 2016) greift Bassam Tibi auf seine dreißigjährige Forschung über den Islamismus (1980-2010) zurück, um in diesem Rahmen festzustellen, dass der Antisemitismus zu den sechs Wesensmerkmalen der religiösen Ideologie des Islamismus gehört (vgl. B. Tibi „Islamism and Islam“, Yale Univ. Press 2012, Kap. 3). Auf dieser Basis beobachtet Tibi, wie mit den Flüchtlingen aus Nahost ein neuer Antisemitismus nach Europa zuwandert. Faktenmäßig ist der heutige Islamismus die gefährlichste Quelle des globalen Antisemitismus. In diesem Artikel erinnert Tibi an das deutsche Gelübde „nie wieder“ nach dem Ende des NS-Totalitarismus und konfrontiert es mit der Willkommenskultur, die den Antisemitismus der Nahost-Flüchtlinge ignoriert. Fakt ist, dass Nahost-Flüchtlinge diesen Antisemitismus mit nach Europa bringen. Tibi zitiert einen Artikel aus der Zeit, worin beschrieben wird, wie deutsche Gesinnungsethiker mit ihren Kindern nach der Öffnung der Grenzen „gewissermaßen von Auschwitz zum Münchner Hauptbahnhof“ – so Die Zeit (5/2016) – strömten, um durch ein Willkommen gegenüber den Flüchtlingen den deutschen Mord an den Juden zu sühnen. Tibi fragt in diesem Artikel, ob diese Leute wissen, dass sie überwiegend Antisemiten willkommen heißen. Max Weber kritisiert die Gesinnungsethiker, die glauben, dass „aus Gutem nur Gutes kommen könne“, obwohl oft das Gegenteil der Fall ist; diese Gesinnungsethiker ertragen „die Irrationalität der Welt nicht“. Weber fügt hinzu, „wer das nicht sieht, ist in der Tat politisch ein Kind“.

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