Die Soziologen Heiko Beyer und Alexandra Schauer haben Anfang 2021 den wichtigen 584 Seiten umfassenden Sammelband “Die Rückkehr der Ideologie” beim Campus – Verlag veröffentlicht. Die Grundannahme des gesamten Buches lautet: Heute könne man nicht mehr von “end of Ideology” sprechen, weil eine “Rückkehr der Ideologie” stattfinde.

Zu den Autoren des Bandes und zu seinen Themen gehören Bassam Tibi und der politische Islam. In seinem 40 Druckseiten umfassenden Kapitel bietet B. Tibi eine auf 40 Jahre Forschung basierende Analyse der Ideologie des politischen Islam. Tibi setzt sich gleich auf der ersten Seite seines Beitrags mit der islamistischen Propaganda auseinander, die laut NZZ vom 3. August 2020 behauptet, man könne vom politischen Islam nicht sprechen, “da keine wissenschaftliche Definition besteht. Der Begriff politischer Islam bleibt ein Kampfbegriff gegen Muslime.” Das ist falsch. Zudem ist Islamismus nicht identisch mit der Religion des Islam. In seinem Kapitel bietet B. Tibi die angeblich fehlende wissenschaftliche Definition über den politischen Islam. Tibi zitiert Encyclopedia of Global Studies, worin der politische Islam als “the most powerful global ideology ” dargestellt wird. Zum Schutz der Religion des Islam und seiner Gläubigen vor jeder Islam – Feindlichkeit differenziert B. Tibi zwischen Islam als Religion und Islamismus als Ideologie.

In dem hier zusammen gefassten, aus sieben Unterkapiteln bestehenden Beitrag weist B. Tibi die Fixierung des politischen Islam auf das Kopftuch sowie auf Gewalt, ab, wie dies durchgehend in dem fehlerhaften Buch von Professor Schröter “Politischer Islam” geschieht. Anders als Schröter stellt B. Tibi auf der Basis von Originalquellen zwei Belange des politischen Islam fest, die im Mittelpunkt seiner Ideologie stehen: 1. Religionisierung der Politik und der Gesellschaft und 2. Erzwingung einer auf der Schari’a basierenden politischen Ordnung für den Staat und für die Welt insgesamt. Außer Originalquellen beruft sich B. Tibi auf seine Feldforschung in 22 islamischen Ländern in einem Zeitraum von 40 Jahren. Der Beitrag endet im siebten Teil mit Policy -Empfehlungen für den Umgang mit dem politischen Islam.