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Prof. Dr. Bassam Tibi

em. Professor für Internationale Beziehungen

 

 Autobiographische Skizze

aktualisierte Fassung (1. Teil)
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Bassam Tibi aktuell

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Akademische Vita

Bassam Tibi ist emeritierter Professor für internationale Beziehungen. Er lehrte an der Universität Göttingen sowie u.a. an der Cornell University (USA).

Mehr zur Vita

Das Werk

Prof. Tibi gilt als Begründer der Islamologie. Sein Werk umfasst insgesamt 41 Monographien, davon 30 in deutscher und 11 in englischer Sprache.

zu den Büchern

Vorträge

Auch nach seiner Emeritierung 2009 hält Prof. Tibi Vorträge über Islam und Islamismus und zahlreiche weitere Themen seiner langjährigen Forschung.

zu den Vortragsthemen

Liebe Leserinnen und Leser

Ich möchte diesen Begrüßungstext mit der großen Bitte einleiten, meinen sehr besorgten in der Schweizer Wochenzeitung DIE WELTWOCHE (Heft 42, 15.Okt.2015) veröffentlichten Artikel “Warnung vor der Tyrannei”  zu lesen. Ich trage diese Bitte vor mit der Begründung, dass ich ca. 50 Jahre meines Lebens damit verbracht habe, über Nahost, Islam und Islamismus, Migration aus der Welt des Islam nach Europa sowie in diesem Kontext über die Europäisierung des Islam als Integrationskonzept zu forschen und zu veröffentlichen. Weil mein Denken im Widerspruch zu dem vorherrschenden Narrativ steht, wird mein Werk ausgegrenzt. Das ist kein Einzelfall sondern nur ein Beispiel über die Tyrannei der vorherrschenden Meinung. Dagegen protestiere ich im genannten Beitrag, der im Volltext nachzulesen ist.

IMG_tibi-3193-Bearbeitet (3)Zwei Gegenstände haben im Jahr 2015 die Relevanz meiner Arbeit über den Islam, Islamismus, Migration und Integration von Muslimen in Europa neu belebt. Vorrangig steht diesbezüglich der Flüchtlingsanstrom nach Europa als Migration aus der Welt des Islam (Nahost und Afrika). Ich meine, dass die meisten Europäer kaum hierauf vorbereitet sind. Zuvor fand die tragische Exekution von beinahe einem Dutzend Journalisten am 7. Januar 2015 in Paris durch arabische Islamisten als Bestrafung für kritische Charlie-Hebdo-Karikaturen statt. Es gilt, die Augen vor den Gefahren des Islamismus zu öffnen.

Diese Entwicklungen haben auch dazu beigetragen, dass sich die Besucherzahl meiner Homepage in jener Woche verdreifachte. Auch die hierauf folgende Islamdiskussion, die durch die Äußerung von Bundeskanzlerin Merkel (“Der Islam gehört zu Deutschland”) ausgelöst worden ist, sowie mein Auftritt in der ARD in der Anne-Will-Talkshow am 28. Januar 2015  haben das Interesse an meiner Homepage offenbar verstärkt. Das belegen die Statistiken für 2015. Ich selbst bin ein islamischer Migrant aus Damaskus/ Syrien mit gescheiterter Integration. 2014 bin ich siebzig Jahre alt geworden und habe aus diesem Anlass eine autobiographische Skizze auf dieser Homepage gepostet. Darin beklage ich mich auch darüber, dass meine im Rahmen der sozialwissenschaftlichen Islamologie angefertigten Bücher der vergangenen dreißig Jahre über Islam und Islamismus nicht entsprechend beachtet werden.

Ich habe es nie geschafft, von der deutschen Universität als gleichwertiger Wissenschaftler anerkannt zu werden. Integration bedeutet viel mehr, als Deutsch zu sprechen und einen deutschen Pass zu bekommen. Wie wollen die Deutschen heute eine Million Flüchtlinge aus Nahost integrieren? Ohne Konzept? Die zunehmende Zahl der Besucher dieser Homepage ermutigt und veranlasst mich, meine Homepage für 2015 mit folgenden, gezielten Hinweisen auf meine Bücher einzuleiten. Diese Bücher helfen, den gegenwärtigen Flüchtlingsstrom sowie zuvor die Pariser Exekution, die als europäisches „9/11“ gedeutet werden kann, in einen größeren Zusammenhang einzuordnen und besser zu verstehen. Es kommen nicht nur Menschen, die der Not entfliehen, auch Täter und Islamisten befinden sich darunter.

Es gilt jedoch, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen und dabei die Balance zu behalten zwischen Aufklärung über Islam und Islamismus und der Abweisung jeder fremdenfeindlichen Islam-Feindlichkeit. Es gibt einerseits Rechtsradikale, die den Unterschied zwischen Islam und Islamismus willentlich übersehen und Generalverdacht gegen die Muslime hegen. Dies darf jedoch nicht als Vorwand für politisch Korrekte genutzt werden, Denkverbote und Tabus durchzusetzen. Andererseits gibt es auch rechtsradikale Islamisten, die den Generalverdacht einer Islamfeindlichkeit unterstellen, um auch ihrerseits Kritik zu verbieten (vgl. dazu den Link unten über Islamophobie).

Im Gegensatz zu Rechten und Linken steht der Aufklärungsislam, für den ich als Alternative eintrete (vgl. den Link zu meinem Beitrag zu „Europa: Festung oder Sehnsucht“). Im Folgenden will ich auf den aufklärerischen Beitrag meiner deutschsprachigen Bücher (vgl. meine englischsprachigen Bücher) im Rahmen der folgenden fünf Themenschwerpunkte hinweisen. Diese Bücher bieten das Verständnis für den zeithistorischen Kontext der aktuellen Völkerwanderung aus der Welt des Islam nach Europa und bieten Perspektiven dafür, wie Integration erfolgen oder scheitern kann. Die fünf Schwerpunkte sind folgende (bitte auf die jeweiligen Überschriften zum Weiterlesen klicken!)

1. Islamische Zuwanderung und islamische Flüchtlinge in Europa, besonders in Deutschland

Zur Zeit leben mehr als 30 Millionen Muslime in der EU und dennoch gibt es leider immer noch keinen europäischen Islam. Diese Zahl kann sich angesichts des anhaltenden Flüchtlingsanstroms aus Nahost und dem islamischen Teil Afrikas in den wenigen kommenden Jahren verdoppeln, ja verdreifachen. Ist Europa darauf vorbereitet? Ich fürchte nicht! Ich selbst gehöre zur deutschen Islamgemeinde von zur Zeit noch fünf Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, weshalb Deutschland den Fokus der beiden folgenden Bücher bildet. Die Welt des Islam, die aus zwei Milliarden Menschen besteht, die als Mehrheit in 57 Ländern leben, ist der Bezugsrahmen auch für die in Deutschland lebenden Muslime. Klarheit über diese Thematik verschaffen meine beiden Bücher:

 „Der Islam und Deutschland: Muslime in Deutschland“ (Deutsche Verlagsanstalt, zwei Auflagen, 2000 und 2001).

„Islamische Zuwanderung. Die gescheiterte Integration“ (Deutsche Verlagsanstalt, zwei Auflagen 2002)

Diese Bücher klären auf über zwei Ebenen, die voneinander differenziert werden müssen. Erstens: das Verhältnis Deutschlands zur Welt des Islam (Deutschland und der Islam). Dieses Verhältnis geht weit in die Geschichte zurück. Zweitens die Entstehung einer deutschen Islamgemeinde (Muslime in Deutschland). Diese Gemeinde hat sich erst seit den 1960er Jahren im Rahmen der Migration formiert zuerst aus der Türkei und etabliert. Die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört, muss spezifiziert werden; sie erfordert nicht nur die Vielfalt im Islam (kein Eintopfislam, welcher Islam?) zu berücksichtigen, sondern auch dieangeführten beiden Ebenen auseinanderhalten.

Bis zur Entgrenzung und der globalen Migration zu Beginn des 21. Jahrhunderts bestand die deutsche Islamgemeinde seit den sechziger Jahren des 20. Jhd. überwiegend aus türkischen Einwanderern. Heute ist diese Gemeinde vielfältig und bunt. Obwohl türkischstämmige Einwanderer heute nur noch als ca. 65 Prozent der fünf Millionen Menschen umfassenden Islamgemeinde bilden, bleiben türkische Muslime das gültige Muster, wie ich in meinem Buch:

 „Mit dem Kopftuch nach Europa?” (Primus Verlag, 2 Auflagen 2005 und 2007) aufzeige.

Im Fernsehen sieht man Bilder der neuen Flüchtlinge aus Nahost und Afrika; sie bringen ihre Frauen mit Kopftuch mit als Symbol zivilisatorischer Abgrenzung. In Kapitel 3 des Buches „Mit dem Kopftuch nach Europa“ zeige ich, dass es einerseits integrierte türkischstämmige Muslime gibt, andererseits solche, die in Parallelgesellschaften leben und sich mit dem Kopftuch als Symbol abgrenzen. Wenn Migranten in Parallelgesellschaften leben, dann kann keine Rede von Integration sein.

(Zum Weiterlesen bitte auf die weiteren Überschriften klicken!)
2. Islamische Zuwanderung nach Europa, europäische Identität als Inklusion und die Parallelgesellschaft als Resultat gescheiterter Integration

Beide Djihadisten-Killer, die am 7., Januar die Hinrichtung der Journalisten in Paris vollzogen, waren algerische Muslime, die in Paris geboren worden sind und durch Umstände nicht nur zu Islamisten, sondern auch zu Djihadisten wurden. Dies und die Tatsache, dass mehrere Tausend in Europa geborene, junge Muslime in den Truppen der Bewegung „Islamischer Staat“ in Nahost kämpfen, bieten den Beweis für die These von der gescheiterten Integration. Ich bin entschieden gegen jede Ausgrenzung von Islam und Muslimen in Europa. Es kann gelingen, Muslime zu integrieren, wenn sie europäische Bürger (der Pass reicht hierzu nicht aus) werden und sie selbst ihren Islam europäisieren (Euro-Islam). Dies ist in den vergangenen 50 Jahren nicht geschehen. Dies zeige ich in meinem Buch:

 Islamische Zuwanderung. Die gescheiterte Integration (DVA 2002).

Für eine Integration reichen rechtliche Einbürgerung, Sprachkenntnisse und ein Arbeitsplatz nicht aus. Integration erfordert vor allem eine Identifikation mit dem demokratischen Gemeinwesen, in dem man lebt. In Europa kann dies nur auf der Basis eines europäisierten Islam erfolgen, der dies ermöglicht. Eine genaue Ausarbeitung dieses Konzepts biete ich in meinem Abschiedsbuch:

 Euro-Islam. Die Lösung eines Zivilisationskonflikts (Primus Verlag 2009).

In diesem Buch argumentiere ich für Inklusion im Rahmen eines Reform-Islam, der mit Demokratie und Pluralismus vereinbar ist und es muslimischen Migranten in Europa ermöglicht, europäische Bürger zu werden. Es kann keine Integration bei der Beibehaltung von Scharia und Djihad erfolgen.

Im Gegensatz zu meinem 30 Bücher umfassenden Werk in deutscher Sprache, das sich mit Islam und Nahost befasst, beschäftigt sich mein folgendes Buch mit Europa:

Europa ohne Identität? Die Krise der multikulturellen Gesellschaft (Bertelsmann Verlag 1998. Taschenbuch-Ausgabe mit dem veränderten Titel: Leitkultur oder Wertebeliebigkeit, Siedler Verlag, viele Auflagen).

Der Schwerpunkt liegt hier auf Europa und seiner Identität im Zeitalter globaler Migration. Jene Europäer – vor allem Deutsche – die die europäische Identität verleugnen, versagen auch Migranten eine Inklusion, weil Identität eine Basis für jede Integration ist. Somit ist der Fokus hier die zivilisatorische Identität Europas. Diesen Kontinent gilt es für mich in Anlehnung an meinen jüdischen Lehrer und Ausschwitz Überlebenden Max Horkheimer, dem das Buch gewidmet ist, als „Insel der Freiheit im Ozean der Gewaltherrschaft“ zu verteidigen. Es gilt, Europa gegen jeden Totalitarismus zu verteidigen. Ich deute europäische Identität im Sinne der Aufklärung als inklusive Identität, die jedoch auf europäischer, nicht multikulturalistischer Grundlage zu vollziehen ist. Ein Euro-Islam erfüllt die Bedingungen der Inklusion, nicht aber der totalitäre Islamismus.

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3. Islam und Islamismus

Die Religionsfreiheit, die das Grundgesetz gewährt, gilt für den religiösen Glauben im Islam, nicht für die politische Ideologie des Islamismus. Der Islamismus ist eine religiös-politische Richtung innerhalb des Islam, ist aber nicht der Islam selbst, wenngleich man Islamisten die Zugehörigkeit zum Islam nicht absprechen darf. Der Islam ist ein religiöser Glaube (Iman), der Islamismus dagegen ist eine politische Ideologie, die die Politik religionisiert, in dem sie unterstellt, dass der Islam die Einheit von Din wa Dawla (Religion und staatlicher Ordnung) vorschreibt. Das ist falsch. Den Islam gibt es seit der islamischen Offenbarung von 610-632, der Islamismus dagegen ist neu; er existiert erst seit der Gründung der Bewegung der Muslimbruderschaft im Jahr 1928. Dahe ist die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus von zentraler Bedeutung. Die Geistesgeschichte des Islam ist der Inhalt meines folgenden Buches, das ich als mein Hauptwerk einordne.

 Der wahre Imam. Der Islam von Mohammed bis zur Gegenwart, München: Serie Piper 2001 (orig. 1996).

In diesem Buch erkläre ich, wie der Islam im 7. Jahrhundert entstanden ist, erläutere seine religiösen Dogmen und seine Entwicklung bis zum 20. Jahrhundert. Im letzten, vierten Teil, „Die islamische Gegenwart: Die Krise“, untersuche ich die Entstehung des Islamismus als religiösen Fundamentalismus im Kontext als Antwort auf die Krise. Nochmals: Der Islamismus ist nicht der Islam, aber Islamisten sind doch Muslime, die heute eine mächtige, ernstzunehmende Richtung innerhalb der islamischen Zivilisation der Gegenwart darstellen. Und noch eine Differenzierung: Nicht jeder Islamist ist ein Djihadist. Was Islamismus genau ist, erkläre ich in folgenden drei Büchern:

Die fundamentalistische Herausforderung. Der Islam und die Weltpolitik (C.H. Beck Verlag erste Auflage 1992, vierte, völlig neu geschrieben Auflage 2004)

 Fundamentalismus im Islam. Eine Gefahr für den Weltfrieden (Primus Verlag erste Auflage 2000, 3. Auflage 2003).

 Die Neue Weltunordnung. Westliche Dominanz und islamischer Fundamentalismus (Propyläen/ Ullstein Verlag 1999; Taschenbuch Ausgabe Ullstein 2001, drei Auflagen).

Islamisten lehnen nicht nur die Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus ab, sondern auch die bestehende Weltordnung und predigen ihre eigene Ordnung, damit destabilisieren sie und schaffen weltpolitische Unordnung, die in dem angeführten Buch näher erläutert wird.

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4. Der islamistische Djihadismus als Terrorismus

Der Islamismus als politischer Islam ist nicht mit Terrorismus gleichzusetzen; er besteht aus zwei Richtungen; nicht alle Islamisten sind Djihadisten. Es gibt die friedlichen Islamisten, die ich institutionelle Islamisten nenne, weil sie gemäßigt in den Institutionen arbeiten, also keine Gewalt anwenden. Die Djihadisten bekennen sich dagegen zur Gewaltanwendung. Wie der Islamismus nicht die Religion des Islam ist, so ist der Djihadismus nicht der klassische islamische Djihad. Diese grundsätzlichen Unterscheidungen sind zentral und sie werden in meinem in Harvard geschriebenen und von der Bosch-Stiftung geförderten Buch erläutert:

 Kreuzzug und Djihad (Bertelsmann Verlag 1999, viele Taschenbuchausgaben seit 2001).

Darin erkläre ich geschichtlich den klassischen Djihad, der von Muslimen als Krieg mit Regeln zur Errichtung des „islamischen Weltfriedens“ unter islamischer Herrschaft geführt wurde. Im Unterschied dazu steht der Djihadismus, der als ein Terrorismus, also Gewalt ohne Regel (irregulärer Krieg) praktiziert wird. In meinem Buch

 Der neue Totalitarismus. Heiliger Krieg und westliche Sicherheit (Primus Verlag 2003)

erkläre ich im Lichte von „9/11“, was Djihadismus ist und erläutere seine historischen Wurzeln (bes. Kapitel 3) in allen seinen Facetten. Wer behauptet, Djihadisten haben mit dem Islam nichts zu tun, haben sicherlich noch nie im Leben mit einem islamischen Djihadisten gesprochen.

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5. Nahostkonflikt und die Auswirkungen auf Europa

Der Flüchtlingsstrom von Muslimen aus Nahost und Ostafrika (u.a. Somalia) bringt nicht nur Menschen, die Not erleiden, sondern auch Täter sowie die Probleme und Konflikte ihres Heimatlandes mit in das Aufnahmeland. Bei der Inklusion muss Europa seine Identität bewahren. Oft wird richtig argumentiert, dass der Nahostkonflikt junge, in Europa geborenen Muslime emotionalisiert und sie für den Islamismus anfällig macht. Das gilt auch für alle anderen Konflikte.

Mein Klassiker über Nahostpolitik ist der einstige Bestseller:

Die Verschwörung. Das Trauma arabischer Politik (1993, Dtv-Ausgabe 1994).

Über den Nahostkonflikt selbst und seine Facetten informiert mein Buch:

Pulverfaß Nahost. Eine arabische Perspektive (DVA 1997).

Die Türkei ist derzeit ein Brennpunkt von Nahost. Von den dortigen Flüchtlingslagern kommen die Flüchtlinge über die Balkan-Route nach Westeuropa (die anderen kommen aus Libyen über das Mittelmeer). Unter kemalistischer Tradition war die säkulare Türkei früher die Brücke zwischen Europa und Nahost. Unter der despotischen AKP-Herrschaft des neuen autokratischen Sultans Erdogan ist die Türkei nicht mehr jene Brücke, sondern ein Auslöser von Polarisierung. Ich habe in meinen Jahren als Gastprofessor an der türkischen Elite-Universität Bilkent in den Jahren 1995-98 die Geschehnisse in dem dort geschriebenen Buch verfolgt:

 Aufbruch am Bosporus. Die Türkei zwischen Europa und dem Islamismus (Diana Verlag, 1998)

Zum Abschluss dieser 2015-Einleitung zu meiner Homepage merke ich an, dass ich seit 2009 keine Bücher mehr in deutscher Sprache schreibe. Zwischen 1969 und 2009 veröffentlichte ich dreißig deutsche Bücher. Parallel dazu von 1980 bis 2014 veröffentlichte ich elf Bücher in den USA, die ich auf Englisch (vgl. die entsprechende Sektion auf meiner Homepage) geschrieben habe. Ich hoffe, dass ich in den verbleibenden Jahren meines Lebens miterleben kann, dass meine Bücher zur Information und Aufklärung beitragen, deswegen habe ich diese Seiten geschrieben, um zu motivieren und die Lektüre anzuregen. Viele dieser Bücher sind vergriffen und werden zu meiner tiefen Trauer (vgl. die autobiographische Skizze) nicht nachgedruckt. Glücklicherweise können sie dennoch über das Internet als Gebrauchtexemplare bzw. als neue Rest-Exemplare erworben werden.

Lebensgeschichte

In der neuen umfangreichen 2016-Fassung seiner Autobiografie unter dem neuen Titel „Ein Syrer im Tollhaus Deutschland“ beschreibt Bassam Tibi sein Leben als Migrant aus Syrien in der Spannung des „deutschen Pendelns zwischen den Extremen“ (Plessner) im Geiste des „deutschen Pathos des Absoluten“ (Adorno); nach 56 Jahren Leben unter den Deutschen erkennt Tibi, dass Deutschland sein Qismet/Schicksal ist und nicht seine freie Wahl für einen Ersatz seiner ursprünglichen Heimat Syrien. Der Grund hierfür ist, dass Deutschland weder Ausgewogenheit noch Identität im Umgang mit dem Fremden zeigt und bietet. Hier liegt nur der erste Teil im Umfang von 84 Seiten vor, der zweite Teil folgt in Kürze.

zur Autobiographie

Curriculum Vitae 2015

Einen umfassenden aktualisierten CV von Bassam Tibi finden Sie in englischer Sprache hier!


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Aktuelles

Informationen über Bassam Tibis Vorträge, Interviews und Publikationen


“Frauen als Faustpfand”: Bassam Tibis Essay in der “Welt am Sonntag”

Die Ereignisse von Köln waren nur ein Vorspiel: Viele arabische Migranten bringen ein patriarchalisches Gesellschaftsbild mit nach Deutschland, das Freiheiten bedroht, meint Bassam Tibi in seinem am 08. Mai 2016 in der Welt am Sonntag (Ausg. 11, S. 19) erschienenen Essay. Dieser ist – mit freundlicher Genehmigung der Redaktion – im Print-Format (pdf) sowie auch online nachzulesen.

 

“Erdogan ist ein Islamist”

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Bassam Tibi äußerte sich in einem Interview mit dem Westfalen-Blatt (13.05.2015, Nr. 111/2016) zum Flüchtlingsdeal mit der Türkei und über die Integration muslimischer Flüchtlinge. Lesen Sie das Interview – mit freundlicher Genehmigung der Redaktion – hier im Volltext.

Auftritte und Vorträge 2016

In meinem bei Yale University Press 2012 erschienenen Buch „Islamism and Islam“ habe ich auf Seite XV meine Entscheidung angekündigt, „to leave the stage. I end my political and academic life to go private“. Doch hat der Arabische Frühling mich dazu gebracht, von dieser Ankündigung abzuweichen mehr lesen…

“Bittere Ernte des arabischen Frühlings”: Interview mit der Landeszeitung Lüneburg

Ende 2010 rebellierte die arabische Welt gegen ihre Despoten. Der Flächenbrand wurde zu einem historischen Schnitt – mit weitreichenden Folgen. Nicht zuletzt entfliehen jetzt Millionen den Kriegen, die seit der Arabellion toben. Der Nahost-Experte Prof. Bassam Tibi ist pessimistisch: „So naiv die anfänglichen Hoffnungen des Westens waren, so verfehlt ist seine Politik jetzt. Die EU lässt sich von der Türkei vorführen und kann die Probleme vor Ort – etwa in Syrien – nicht lösen.“

Das vollständige Interview, das am 26. Februar 2016 in der Landeszeitung Lüneburg erschien, können Sie hier im Volltext nachlesen.

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Europa nach Merkel

“Die Masseneinwanderung arabischer und nordafrikanischer Muslime gefährdet die Stabilität und die Identität Europas. Parallelgesellschaften bilden sich bereits. Politik und Medien verdrängen und tabuisieren. Als gebürtiger Syrer schwanke ich zwischen Fassungslosigkeit und Staunen.” Lesen Sie den aktuellen Beitrag von Bassam Tibi in der schweizer Weltwoche (Nr. 04/16) mit freundlicher Genehmigung der Redaktion hier im Pdf-Volltext.

 

 

“Mein Syrien”: Artikel von Bassam Tibi in der schweizer Weltwoche sowie in der österreichischen Kleinen Zeitung

“Als ich meine Heimat 1962 für ein Studium in Frankfurt verliess, war Damaskus eine Wohlstandsoase, zu der ein Kurden- und ein Christenviertel gehörten. Nach dem Putsch 1970 ersetzte der Assad-Clan die ganze Oberschicht durch Aleviten. Wer das nicht versteht, kann den Krieg nicht begreifen.”

Lesen Sie den gesamten Beitrag von Bassam Tibi in der schweizer Wochenzeitung Weltwoche (Nr. 49) hier im Volltext (mit freundlicher Genehmigung der Redaktion).

Hinweis: Eine Langfassung des Essays  ist am 20.12.2015 in der österreichischen Kleinen Zeitung (S. 8-11) erschienen, hier im Volltext nachzulesen (mit freundlicher Genehmigung der Redaktion).

“Die Schweiz darf ihre Werte nicht aufs Spiel setzen”: Bassam Tibi zu den Gefahren des Islamismus

“Als Islamforscher und gläubiger, aber reformorientierter Muslim weiss ich, dass nicht nur die religiös-politische Ideologie des Islamismus, sondern jeder schriftgläubige, an der Scharia orientierte orthodoxe Islam diametral allen europäischen Wertevorstellungen von Demokratie, Pluralismus und individuellen Menschenrechten in einer Zivilgesellschaft, also der europäischen Leitkultur, entgegensteht.”

Lesen Sie den vollständigen Artikel von Bassam Tibi im schweizer SonntagsBlick vom 06. Dezember 2015 hier im Volltext.

 

 

Bassam Tibi über den Begriff der Leitkultur im Fersehinterview (ZDF-Info)

Moderator Abdul-Ahmad Rashid spricht in der ZDFInfo-Sendung “Forum am Freitag” (Sendung vom 23.110.2015) mit Bassam Tibi über den rechtverstandenen Begriff von “Leitkultur” und über gelingende Einwanderung. Die basiere auf der Akzeptanz des Grundgesetzes. Doch die komme nicht von selbst. Die hierzulande zufluchtsuchenden Menschen müssen diese akzeptieren, so Bassam Tibi. Das Interview kann hier in voller Länge geschaut werden.

 

Neuer Aufsatz von Bassam Tibi über “Dhihadismus und institutionalisierten Islamismus” in der Zeitschrift Soundings erschienen

SoundingsCoverIn der Zeitschrift Soundings. An Interdisciplinary Journal (Pensylvania State University Press) ist in Heft 4, Bd. 98 (2015) der letzte Beitrag einer Trilogie zum politischen Islam (Islamismus) erschienen. Der Titel des dritten Teils: “”Jihadism and institutional Islamism, a Moderation?” Bassam Tibi zeichnet hier den Aufstieg des Islamismus (als Gegensatz zum Islam als Religion) nach und stellt ihn der Alternative eines islamischen Humanismus gegenüber. Zur Trilogie siehe ausführlicher der in englischer Sprache verfasste Beitrag auf dieser Webseite.